Was kann Kunst!?
Auf diese Frage gibt es sicher sehr viele Antworten. Für mich gilt; Kunst ist eine Verpflichtung. Natürlich schließt die Freiheit der Kunst das Belanglose ebenso ein, wie die Aufgabe an der Gesellschaft. Künstlerinnen und Künstler haben seit jeher das Privileg, gesellschaftiche/politische Mißstände zumindest anzudeuten. Natürlich, meine Mittel, die künstlerischen, sind begrenzt und auch in ihrer Wirkung eher unbedeutend. Trotzdem glaube ich, mit meinen Kunstprojekten einige Zeichen gesetzt zu haben. „Öffne die Tür für eine andere Welt“. Persönliche Zustimmung und viele E-Mails signalisierten mir die Wichtigkeit dieser Aufforderung für viele Menschen. Die Skulptur „Europa“, ein Objekt, das über die Köpfe der Besucher hinweg Milliarden Euros verschacherte, die Installationen „Siebzig Jahre Frieden mit der späteren Ergänzung durch Stacheldraht und die „Performance für ein achtsames Miteinander“ sind die Einlösung meiner empfundenen Verpflichtung, der Gesellschaft einen Anlaß zu geben, die Augen zu öffnen für die Entwicklungen der letzten Jahre.

Das Kunstprojekt: „Performance für ein achtsames Miteinander“ fand erstmals in der Kunsthalle Kempten statt. Das Konzept ist, Flüchtlingen die Möglichkeit zu geben, ausschließlich mit ihrer Person, unabhängig von Sprachkennt-nissen mit einheimischen Menschen Kontakt aufzunehmen. Gleichzeitig kann der Einheimische durch die zeitlich unbegrenzte nonverbale Sitzung im Gegenüber den Menschen hinter seinem fremdartigen Aussehen erkennen.
Aktion:
Ein Flüchtling und ein Einheimischer sitzen sich gegenüber, dazwischen eine – PORTA ALPINAE Öffne die Tür für eine andere Welt-. Die Protagonisten sind angehalten, sich Gedanken über die Situation des Gegenübers zu machen, diese jedoch nicht verbal auszudrücken. Vorschläge sind auf Papierbahnen mehrsprachig aufgebracht:

  • Erkenne den Menschen.
  • Öffne die Tür…in dir.
  • Fühle die Heimat deines Gegenübers.

Die Aktion in der Kemptener Kunsthalle ( 30. April 2016) wurde von Oberbürgermeister Thomas Kiechle und Stephan Schmidt, Vorsitzender des Kunstvereins artig eröffnet. Dauer der Aktion: 6  Stunden.

Eine erweiterte Version der Performance, geplant für den 4. März 2017 im neuen Saal der ev. Gemeinde Oberstdorf, kam nicht zustanden. Die Performance sollte in den Wechselpausen durch Lesung einzelner Texte aus dem Buch „Sternenasche“ von Amelie Lang ergänzt werden. Das Buch beschreibt eine Integrationsgeschichte die sich in und um Oberstdorf abspielt. Auf dem Titel des Buches ist die PORTA ALPINAE auf dem Zeigersattel zu sehen.