Ein einfachst aus alten Balken gebautes Tor auf einem steinigen Gebirgsweg symbolisiert den Übergang in eine andere Welt.  „PORTA ALPINAE Öffne die Tür für eine andere Welt“ nennt Guenter Rauch das Kunstprojekt. Ein bewusster Schritt durch die Mauer eigener Hemmnisse kann Besucher auf eine höhere, metaphysische Ebene führen. Zu einer wahrhaften Reflektion des individuellen Bewusstseins,  zu Achtsamkeit und Erneuerung. Dieses „Sich-Besinnen“ soll die Porta Alpinae auf dem Berg durch eine Umkehrung des Gewohnten erzwingen. Die Negation als Stolperstein für festgefahrene Meinungen und zementierte Erfahrungen. Nach der Philosophie des ZEN wird das offensichtlich Sinn-lose, die Leere, zum Vehikel für Einsicht und führt zur Erkenntnis der Möglichkeit eines Wandels. Das Kunstprojekt PORTA ALPINAE nimmt diesen Gedanken auf.

PORTA ALPINAE -Öffne die Tür für eine andere Welt- wurde 2009 erstmals realisiert. Inzwischen wurden 30 Porta Alpinaes an Standorten im Allgäu, in Österreich, in Italien und der Schweiz installiert, einige auch im Tal, in Kempten, in Trento, in Scheidegg. Geschätzte 250.000 Menschen haben die Pforten in den letzten Jahren seit 2009 besucht. Millionen werden durch die regionalen Presseorgane, durch Regionalfernsehen und durch Dokumentationen von ARTE-TV  „Die ALPEN“, dem BR-TV  „Stationen-Hoch und Heilig“ und der 3-SAT Reihe „Kulturlandschaften“ erreicht.

Nachhaltigkeit und Rücksicht auf die Umwelt ist eine der wichtigsten Vorgaben. PORTA ALPINAE ist ein philosophisches, vielleicht spirituelles, aber doch bodenständig-modernes Kunstprojekt. Die hölzernen Pforten werden an vorhandenen Wegen, ohne Betonsockel, ohne Hubschrauberflüge,  meist von Helfern und vom Künstler selbst mit reiner Körperkraft zum Ort gebracht.
Interaktionen zwischen den Besuchern, Hüttenwirten und dem Künstler mit seinen helfenden Freunden sind ein wichtiger Teil des Konzepts. Sie verknüpfen Menschen auf einem künstlerisch-metaphysischen und naturbezogenen Niveau. In der Sprache des Joseph Beuys kann man das Kunstprojekt PORTA ALPINAE als „soziale Plastik“ bezeichnen. Stadtprojekte in Kempten, im italienischen Trento und in Scheidegg erreichten viele Menschen und sind daher ein wichtiger Beitrag zum Erfolg des Projekts.

Die Frage nach einem psychologischen Hintergrund für die Lust am mühsamen Aufbau der Pforten liefert uns (vielleicht) der österreichischen Architekt, Visionär und Philosoph Günther Feuerstein in seiner Dissertation „Archetypen des Bauens“. Er bezeichnet die Aufrichtung als einen der ältesten Urakte der Menschheit. Stämme, Steine, Pfähle und Säulen aufzurichten, das Setzen von Zeichen, ist eng mit dem Kultischen, der Kosmologie verbunden und kann auch als eine Besitzergreifung verstanden werden. Es entspricht also dem Archetypen des Menschen.